Die noch junge Witwe Elisabeth von Thüringen ist im schlichten Kleid dargestellt. In der einen Hand hält sie ein Brot, die andere ist in einer einladenden Geste geöffnet. Vielleicht hielt sie in ihrer rechten Hand eine Rosenknospe, in die sich das Brot verwandelt haben soll, als entdeckt wurde, dass sie den Armen geholfen hat. (Die Rose wurde 1998 wieder ergänzt.) Diese Figur aus dem 18. Jahrhundert steht neben dem Tabernakel und erinnert uns daran, dass wir von Gott das himmlische Brot geschenkt bekommen und unsererseits das irdische Brot teilen sollen.
Im Jahre 1207 kam Elisabeth in Preßburg als Königstochter von Ungarn auf die Welt. Die temperamentvolle, leidenschaftliche und tief religiöse 16-jährige heiratete den Landgrafensohn Ludwig auf der Wartburg, der nach sechs Ehejahren auf dem Kreuzzug starb. Während der Hungersnot 1225 öffnete sie in eigener Verantwortung gegen den Widerstand der Verwaltung die Speicher und Vorratskammern der Burg. Nach der Begegnung mit den ersten Franziskanermönchen widmete sich Elisabeth ganz der Armen- und Krankenpflege. Sie war maßlos in ihrer Liebe zu den Mitmenschen und hat nicht in die Adelsgesellschaft ihrer Zeit gepasst. Nach dem Tod ihres Gatten verließ sie mit ihren drei Kindern die Wartburg, lebte in großer Einfachheit und Armut und kümmerte sich um die Kranken. Sie weilte wenige Monate 1227 auf der Burg in Pottenstein, also ganz in unserer Nähe. Dort kümmerte sie sich gleich um die Kranken. (Das Elisabethenzimmer auf der Burg und der Elisabethenbrunnen in der Stadt erinnern noch an ihren Aufenthalt.)
Den Heiratsantrag des verwitweten Kaisers Friedrich II. lehnte Elisabeth in Pottenstein ab. Mit 24 Jahren starb sie 1231 in Marburg. Als leuchtendes Vorbild christlicher Barmherzigkeit wurde Elisabeth hoch verehrt. Als ihr zu Ehren eine Elisabethenkirche erbaut wurde, und sie vier Jahre nach ihrem Tod heiliggesprochen wurde, fand sie in der neuen Kirche ihre Ruhestätte. Die Legende berichtet, dass auch Kaiser Friedrich II. bei der Überführung anwesend war und eine Krone auf ihren Sarg gelegt hat und dabei gesprochen habe: ”Was ich zu Lebzeiten nicht tun konnte, tue ich jetzt!”
Gott, du Vater der Armen,
du hast der heiligen Elisabeth
ein waches Herz für die Armen gegeben,
in denen sie Christus erkannte und verehrte.
Auf ihre Fürsprache gib auch uns
den Geist deiner Liebe
und leite uns an zu helfen,
wo Menschen in Not und Bedrängnis sind.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
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